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Biographie lyrics

Rating: 4.65
Song Details
Artist(s)Bonfire
Album(s)  -

Wenn man einen Hardrock-Fan mit dem Liedgut der Ingolstädter Gruppe Bonfire (z.dt.
Freudenfeuer) konfrontiert, sind Assoziationen wie Dauerwellen-Weichspüler oder Bon
Jovi für Arme nicht selten. Manche halten es da auch mit Manowar, die dem
metalunwürdigen Volk oft und gerne "Whimps and Posers, leave the hall"
entgegenträllern. Bei soviel Antipathie fragt man sich, was die Jungs eigentlich
verbrochen haben bzw. wer zum Teufel diese Band überhaupt freiwillig hört. Denn
komischerweise landen ihre Alben seit gut 15 Jahren regelmäßig in den Charts. Eine
grandiose Leistung, denn wie Insider wissen, schreitet der melodiöse Hardrock seit
Mitte der Neunziger durch ein Jammertal. Vergleichbare Gruppen wie Europe, White
Lion, Dokken und Konsorten locken heutzutage keine Sau mehr hinter dem Ofen vor.
Selbst die deutschen Kollegen von den Scorpions müssen sich schon als Expo-Vorturner
verdingen, um nicht völlig in der Versenkung zu verschwinden. Bonfire dagegen steuern
auch mit ihrem zehnten Studioalbum "Stike Ten" unbeirrt gute Verkaufszahlen
an.Es beginnt Anfang der Achtziger in Ingolstadt, als die Band Cacumen auf einem
Indielabel die Scheiben "Cacumen (1981)" und "Black Window
(1983)" herausbringt. Ihr Markenzeichen ist harter, bodenständiger Rock. Doch
um vom Schülerbandimage loszukommen, wird die Band umbenannt und vollständig
erneuert. Ein internationaler Name soll her und wird mit Bonfire (Freudenfeuer)
gefunden. Dazu kommen ein neuer Produzent, ein größeres Label, sowie ein richtiger
Manager. Ins Rennen um Ruhm und Ehre gehen die netten, langhaarigen Jungs Claus
Lessmann(v), Johann Ziller (g), Horst Maier Thorn (g), Dominik Hülshorst (dr) und
Jörg Deisinger (b). Im Sommer `86 steht das Debut "Don't touch the Light"
in den Läden. Es bietet sauber gespielten, melodiösen Hardrock, der auch nicht vor
den gaanz laangsaamen Tönen zurückschreckt, wie die Megaballade "You make me
feel" zeigt. Dieser Tränendrüsendrücker darf später auf keiner Kuschelrock oder
Metal Ballads-Kompilation fehlen. Bei aller unterstellten Weichspülattitude gehen die
für Hardrockverhältnisse guten Texte über Weltraumrüstung (S.D.I.) oder
Überwachungsstaat (Titelsong) leider etwas unter. Es folgt eine Europatour mit ZZ
Top, die Bonfire auch außerhalb der deutschen Grenzen bekannt macht.Ihren damaligen
Ruf als legitime Nachfolger der Scorpions, unterstreichen Bonfire mit dem 87er Album
"Fire Works" deutlich. Schnelle Rocker, Midtempo-Songs und unkitschige
Balladen, alle leckeren Hardrock-Zutaten werden hier aufgetischt und vom
amerikanischen Topproduzenten Michael Wagner gekonnt zubereitet. Es schmeckt fast zu
gut, und so gibt es seitens der Presse manchen Plagiatsvorwurf an Bonfire. "So
erinnert der Opener "Ready for Action" beispielsweise vom Aufbau her an
die Pretty Maids, während der Refrain ein glattes White Lion-Rip Off darstellt.
Extremer noch fällt die Abkupferei bei "Fantasy" (unverkennbar Dokken)
oder "Give it a Try" auf. Hier wurde lediglich ein Wort aus einem voll und
ganz übernommen Stryper-Text ausgewechselt" (Metal Hammer 11/87). Die Platte
findet trotzdem knapp 100.000 Fans und setzt sich so in den europäischen Top
50-Charts fest. Danach geht es durch deutsche Städte und Mitte `88 nochmal mit Judas
Priest auf Europatournee.Der goldene Turm wächst jedoch nicht ewig. Mittlerweile ist
nur noch Sänger Claus Lessmann mit von der Partie. Zwar ist der nächste Wurf
"Point Blank" noch eine solide Scheibe, doch schon beim 91er Output
"Knockout" macht sich der Verlust von Hauptkomponist Johann Ziller
bemerkbar. Heavy Metal-Experte Mathias Herr sieht dies bereits `89 voraus.
"...Claus Lessmann war nun der letzte der Alten. ...ohne Johann Ziller ... ,
seine Resultate werden allerdings erst mit dem nächsten Album zu prüfen sein, da bei
"Point Blank" noch ca. 7 oder 8 der 11 Songs von Ziller stammen." Nach
dem kreativen Flop (ca. 60000 verkaufte Einheiten) von "Knockout" beweist
Lessmann Mut und löst die Band im selben Jahr erst mal auf. Von 91-96 liegt Bonfire
auf Eis. Einziges Lebenszeichen ist 1993 das schwache "Live...The
Best"-Album.Doch wie so oft in der Geschichte des Hardrock können zwei kreative
Köpfe trotz Streitigkeiten nicht voneinander lassen. Gerade diese kreative Reibung
sorgt für die Höhepunkte in der Musikhistorie. Berühmte Paare wie Steve Harris/Bruce
Dikenson (Iron Maiden), Tony Iommi/Ozzy Osbourne (Black Sabbath), Jimmy Page/Robert
Plant (Led Zeppelin) oder die rollenden Steine Jagger und Richards kommen wieder
zusammen, weil insgeheim wissen, dass sie ohne den Partner nicht zu Höchstleistungen
auflaufen können. Bonfire spielen nicht ganz in deren Liga, aber auch beim Duett
Lessmann, Ziller kehren der Erfolg und die Ideen nach der Versöhnung wieder zurück.
Die Rechte am Bandnamen werden von Ex-Bassist Jörg Deisinger zurückgekauft und `96
das Deutsch Rock-Album "Freudenfeuer" in limitierter Auflage
veröffentlicht. Die 10.000 Stück gehen weg wie warme Semmel, trotzdem bleibt dieser
musikalische Ausflug eine einmalige Sache. Denn schon kurz darauf steht "Feels
like coming Home" in den Läden, bei der auch "Freudenfeuer"-Material
umarrangiert und mit englischen Texten versehen wird. Getreu dem Motto: Schuster
bleib bei deinen Leisten. Mit Balladen wie dem Titelsong im Rücken, der es gar auf
die Kuschelrock 10 bringt, versuchen auch Bonfire auf der Unplugged-Welle zu reiten.
Höhepunkt ist der Auftritt vor einem Heimspiel des großen FCB im Münchener
Olympiastadion.Bonfire haben sich zurückgemeldet und wieder in den rauheren
Rockgefilden etabliert. In regelmäßigen Abständen werfen sie neue Scheiben unters
Volk, die alle in den deutschen Charts auftauchen, als da wären "Rebel
Soul" (`97), "Fuel to the Flames" (`99), sowie ihr neuester Streich
"Strike Ten" (2001). Bonfire scheren sich nicht um Trends und zeigen, dass
es Hardrock wohl auch noch in Hundert Jahren geben wird. Selbst wenn er sich nur ganz
wenige Millimeter, in welche Richtung auch immer, entwickelt.2001 Strike
Ten1999 Fuel to the Flames1997 Hot and Slow (The Ballads
86-97)1997 Rebel Soul1996 Feels like coming
Home1996 Freudenfeuer1993 Live...The Best1991 Knockout1989 Point
Blank1987 Fire Works



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